Achtung:

Sie haben Javascript deaktiviert!
Sie haben versucht eine Funktion zu nutzen, die nur mit Javascript möglich ist. Um sämtliche Funktionalitäten unserer Internetseite zu nutzen, aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser.

Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft Bildinformationen anzeigen

Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft

| Universität Paderborn

DFG fördert weiteren Ausbau einer Datenbank zur Erforschung von Graffiti

Bereits seit 2016 bauen Forscher*innen der Universität Paderborn und des Karlsruher Instituts für Technologie eine Datenbank auf, die es erlaubt Graffiti systematisch zu erforschen. Das Projekt INGRID („Informationssystem Graffiti in Deutschland“), an dem auch Prof. Dr. Axel Ngonga, Leiter der Arbeitsgruppe Data Science, beteiligt ist, wurde nun um weitere drei Jahre verlängert und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund einer Million Euro unterstützt.

Die von den Wissenschaftler*innen entwickelte digitale Graffiti-Bilddatenbank ermöglicht erstmals systematische Untersuchungen auf Basis hochwertiger Forschungsdaten. „Graffiti-Bildbestände, die dem Projekt ausschließlich für die wissenschaftliche Nutzung zur Verfügung gestellt wurden, werden digitalisiert, annotiert und der Forschung zugänglich gemacht“, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Doris Tophinke, Linguistin an der Universität Paderborn. Jedes Bild wird spezifiziert, sodass Nutzer gezielt nach bildlichen, sprachlichen und materiellen Eigenschaften wie Farbe, Technik oder Inhalt suchen können. „Seit Mitte 2019 sind ca. 40.600 Graffiti-Fotos für Wissenschaftler*innen zugänglich. Im Zuge des Ausbaus werden weitere Sammlungen des derzeit mehr als 150.000 Fotografien umfassenden Bestandes erschlossen", so Tophinke.

Mehrwert für die Wissenschaft
Graffiti kamen in den späten 1970er Jahren in den USA auf, eng verbunden mit der Hip-Hop-Szene. Seit den 1980er Jahren haben sie sich zunehmend auch in Deutschland verbreitet. Als anhaltendes jugendkulturelles Phänomen und in ihrer Kombination aus Schrift und Bild sind sie heute Gegenstand der Forschung. Vor allem die Aspekte Bildästhetik, Grammatikalität, die stadträumliche Verortung sowie die soziale Funktion und Bedeutung von Graffiti interessieren die am Projekt beteiligten Wissenschaftler*innen. Die Bilddatenbank ist aber auch für Disziplinen wie Medienwissenschaften, Soziologie oder die Stadtplanung spannend. Dazu Tophinke: „Da Angaben zum Entstehungsort und zur Entstehungszeit der Bilder vorliegen, ist es zum Beispiel möglich, Städteprofile zu erstellen, die den Zusammenhang zwischen städtischer Infrastruktur und dem Aufkommen von Graffiti sowie die Analogien zwischen der Entwicklung von Graffiti und sozialen und städtebaulichen Veränderungen aufzeigen können.“

Zusammen mit Prof. Dr. Martin Papenbrock, Fachgebiet Kunstgeschichte am Karlsruher Institut für Technologie, und Prof. Dr. Gudrun Oevel, Leiterin des Zentrums für Informations- und Medientechnologien der Universität Paderborn, soll die Datenbank in den kommenden Jahren weiter auf- und ausgebaut werden.

Kontakt

Doris Tophinke

Prof. Dr. Doris Tophinke

Informationssystem Graffiti in Deutschland (Projekt INGRID)

Zur Person

Die Universität der Informationsgesellschaft