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Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft Bildinformationen anzeigen

Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft

| Kamil Glabica

Neujahrsempfang der Universität: Preise, Ehrungen und vielversprechende Aussichten

Am Sonntag, 20. Januar, haben rund 400 Hochschulangehörige und Freunde am traditionellen Neujahrsempfang der Universität im Auditorium maximum teilgenommen. Darunter Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. In ihrer Eröffnungsrede begrüßte Prof. Dr. Birgitt Riegraf, Präsidentin der Universität, die Gäste und blickte auf die Entwicklung der Hochschule sowie Höhepunkte des vergangenen Jahres zurück. Den musikalischen Rahmen bildete das Hochschulorchester unter der Leitung von Steffen Schiel.

Erfolgreiche Leistungen, vielversprechende Aussichten
„Die Universität Paderborn mit ihren einschlägigen Forschungsschwerpunkten und Profilbereichen ist nicht nur bestens aufgestellt, sondern auch in besonderem Maße darauf ausgerichtet, sich den Herausforderungen und Fragen des digitalen Zeitalters zu stellen und ihnen gerecht zu werden“, hob Riegraf zu Beginn hervor. Mit Blick auf die Veränderungen des gesellschaftlichen Klimas, das sich in einigen Regionen dieser Welt etwa durch das Errichten von Mauern ausdrücken würde, sei es laut Riegraf für die Universität Paderborn „besonders wichtig zu zeigen, dass Denken, dass Forschung und Lehre, dass Wissens- und Technologietransfer keine Grenzen kennen auch keine Grenzen kennen dürfen.“ Darauf bezogen, freute sich die Präsidentin, dass die Universität im vergangenen Jahr den Austausch zu den bestehenden internationalen Partneruniversitäten vertiefen sowie weitere Kooperationen mit neuen Partnern erzielen konnte. Beispielgebend dafür sei die inzwischen 20-jährige Kooperation mit Partner-Institutionen in China, die langfristig eine Chinesisch-Deutsche-Technische Universität Qingdao-Paderborn ermöglichen soll.

„Dass die Attraktivität des Studienangebots für Studierende aus anderen Ländern steigt, erfahren wir in zunehmendem Maße und mit großer Freude“, betonte Riegraf und verwies dabei auf die enge sowie vorbildliche Zusammenarbeit zwischen der Universität und der Stadt Paderborn. Im weiteren Verlauf ihrer Rede ging Riegraf auf Erfolge ein, wie die Einweihung des neuen Superrechners „Noctua“, ein Forschungsneubau, für den bis 2022 von Bund, Land und Universität 25,4 Millionen Euro bereitgestellt werden. Auch die erst kürzlich vom NRW-Wirtschaftsministerium verliehene Auszeichnung zur Entwicklung eines Exzellenz-Start-up-Centers, die mit einer Förderung von bis zu 20 Millionen für die nächsten fünf Jahre einhergeht, hob die Präsidentin hervor und dankte den Beteiligten für ihr großes Engagement: „Diese Förderung ist eine großartige Bestätigung für die Arbeit von Rüdiger Kabst und Sebastian Vogt und ihr Team von TecUp und garage33. Hier werden Weichen für die nächsten Jahrzehnte gestellt und es ist einfach herausragend, dass die Universität Paderborn dabei ist.“

Mit Blick auf die Drittmitteleinwerbung wies Riegraf darauf hin, dass die Universität in den Rankings „gleich mehrfach hervorragend und zum Teil sogar mit Spitzenergebnissen“ platziert sei. So erzielte die Universität herausragende Ergebnisse in den Fachgebieten Maschinenbau und Produktionstechnik, ebenso Informatik, System- und Elektrotechnik. Eigene Sonderforschungsbereiche wie der SFB 901 „On-The-Fly-Computing“ sowie die Beteiligung an weiteren standortübergreifenden Transregios tragen laut Riegraf zu einer guten Platzierung in der Gesamtwertung bei. Riegraf: „Dass wir in vielen Bereichen so gut abgeschnitten haben, kann als allgemeine Bestätigung unserer Forschungsstrategie betrachtet werden. Besonders in unseren Profilbereichen Intelligente Technische Systeme, Leichtbau mit Hybridsystemen sowie Optoelektronik und Photonik konnten wir von der Förderung profitieren und sehen das als weitere Bestätigung unserer Ausrichtung an. Der noch recht neue Profilbereich Digital Humanities hat sich ebenfalls weiter konturiert und auch der zurzeit noch in der Entwicklung begriffene Profilbereich Transformation und Bildung wird sicher weiterhin durch große Forschungserfolge glänzen.“

Große Erfolge erzielte ebenso der wissenschaftliche Nachwuchs an der Universität: „Gleich zwei unserer jungen Forscher dürfen sich über die Aufnahme in das Junge Kollegdes NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft freuen. In das Junge Kolleg können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachrichtungen sowie Künstlerinnen und Künstler berufen werden, die bereits über ihre Promotion hinaus herausragende wissenschaftliche Leistungen erbracht haben“, freute sich Riegraf. Mit Jun.-Prof. Dr. Stephan Hohloch vom Fach Chemie und Dr. Moritz Schulze Darups vom Fach Elektrotechnik haben sich zwei Nachwuchsforscher gegenüber einer großen Konkurrenz durchgesetzt und damit eine Auszeichnung erzielt, die auch für die Universität ein sehr erfreulicher Erfolg sei.

Schlussendlich wagte Birgitt Riegraf einen kurzen Ausblick auf das Jahr 2019 und wies dabei auf drei Begehungen von Sonderforschungsbereichen bzw. Transregios im ersten Quartal hin. Darüber hinaus sprach die Präsidentin die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Physik und Informatik an sowie das Projekt des Kreativcampus, das gemeinsam mit Partnern des Campus OWL angegangen wird. Großes Bedauern und dennoch vollstes Verständnis zeigte Riegraf für Prof. Dr. Rüdiger Kabst, der sein Amt als Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer aus gesundheitlichen Gründen niederlegte: „Im Namen des Präsidiums, des Hochschulrats und der Universität Paderborn danke ich ihm ganz herzlich und aufrichtig für seinen wirklich großartigen und selbstlosen Einsatz sowie seine hochkompetente und stets konstruktive Mitarbeit.“

Preise und Ehrungen
Im Anschluss an die Rede fanden mehrere Preisverleihungen und Ehrungen statt: Die Urkunde zum Forschungspreis 2018 der Universität Paderborn übergab Prof. Dr. Johannes Blömer, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, an die beiden Wissenschaftler Prof. Dr. Thomas Kühne und Prof. Dr. Christian Plessl für ihr interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Energieeffizienzsteigerung bei Rechnersystemen. Worum es in diesem Forschungsprojekt konkret geht, erzählten Kühne und Plessl in einem Video, das dem Publikum vorgespielt wurde. Der DAAD-Preis ging in diesem Jahr an Klementina Josifovska. Die beiden Preise der Universitätsgesellschaft für herausragende Abschlussarbeiten gingen an Matthew Caron und Kai Jürgen Spychala. Den ebenso von der Universitätsgesellschaft gestifteten Preis für internationale Studierende erhielt Hussam Georges.

Eine ganz besondere Ehre wurde Prof. em. Dr. Dr. h. c. mult. Hartmut Steinecke und Prof. em. Dr. Dr. h. c. mult. Peter Freese zuteil, die für ihre langjährigen Verdienste für die Hochschule mit der Medaille der Universität Paderborn ausgezeichnet wurden. In seiner Laudatio hob Prof. Dr. Volker Peckhaus, Dekan der Fakultät für Kulturwissenschaften, die Verdienste des Literaturwissenschaftlers Steinecke hervor, der die Bekanntheit der Universität im Allgemeinen und die der Paderborner Germanistik im Besonderen gesteigert habe. So hat Steinecke die bald 40 Jahre alte und immer noch fortbestehende Lesungsreihe „Deutschsprachige Literatur der Gegenwart“ sowie die „Paderborner Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ begründet. Auch die Erinnerung an die jüdische Dichterin Jenny Aloni sei ein großer Verdienst Steineckes. „Die Meilensteine, die er gesetzt hat, haben die Universität Paderborn international bekannt gemacht. Die Medaille der Universität Paderborn ist eine Auszeichnung, die von Herzen kommt“, betonte Peckhaus. Über Peter Freese sagte Prof. Dr. Christoph Ehland, Institut für Anglistik und Amerikanistik, in seiner Laudatio: „Er ist einer der fleißigsten und arbeitsamsten Menschen, dem ich je begegnet bin. Peter Freese sucht sich seine Herausforderungen aus und geht sie mit größter Akribie an.“ Freese, der über 40 Jahre, die Universität und die internationale Forschungslandschaft bereichert hat, pflegte insbesondere den Austausch mit amerikanischen Universitäten. Zu seinen großen Verdiensten zählt u. a. die Gründung einer Alumni-Organisation, die seit 2003 ein Netzwerk für Ehemalige bildet und somit auch die Sichtbarkeit der Universität stärkt.

Müssen sich Universitäten neu erfinden?
Den Abschluss des Neujahrsempfangs bildete ein Festvortrag von Prof. Dr. Ulrike Felt, Institut für Wissenschafts- und Technikforschung an der Universität Wien, zum Thema „Müssen wir die Universität neu erfinden? Zur Ausgestaltung eines Begegnungsraums zwischen Wissenschaft und Gesellschaft“. In ihrer kurzen und dennoch kritischen Reise durch die Universität betonte sie, wie wichtig es sei, immer wieder über die Universität nachzudenken. In der zeitgenössischen Gesellschaft nehmen Universitäten laut Felt die Rolle als zentrale Schlüsselakteure ein, deren Aufgabe es u. a. sei, Visionen zu entwickeln. „Wie können wir sicherstellen, dass die Universität eine wandlungsfähige, nachhaltige und gleichzeitig widerstandsfähige Wissensinstitution bleibt bzw. wird?“ – so lautete eine der zentralen Fragen, mit denen sich Felt in ihrem Vortrag auseinandersetzte. „Sie sollten mitunter Triebkräfte für wirtschaftliches Wachstum sein, hochqualifizierte Fachkräfte ausbilden, wettbewerbsfähig und effizient sein“, zeigte Felt auf, wenngleich sie hierbei auf einen Spagat aufmerksam machte, der für Universitäten nicht einfach zu leisten sei. Es gäbe da zum einen die Erwartungshaltung bzw. Erzählform, wonach Universitäten sich u. a. durch messbare Arbeit, Werte von Forschung und Innovation auszeichnen sollen. Zum anderen werde von ihnen auch erwartet, dass sie sich mehr zur Gesellschaft hin öffnen und Werte in Forschung und Innovation betonen. „Diese beiden Erzählweisen stehen in einem gegenseitigen Spannungsverhältnis“, stellte die Wissenschaftlerin fest. Müssen sich Universitäten neu erfinden? „Ja, immer wieder“, sagt Felt und verdeutlicht, dass es schließlich um die Ausgestaltung der Beziehung zwischen Universität und Gesellschaft ginge, weswegen es von hoher Wichtigkeit sei, dass sie als Wissensinstitution auch in Zukunft nachhaltig, wandlungsfähig und gleichzeitig widerständig bleibt.

Weitere Eindrücke vom Neujahrsempfang in der Fotogalerie.

Die Universität der Informationsgesellschaft