Achtung:

Sie haben Javascript deaktiviert!
Sie haben versucht eine Funktion zu nutzen, die nur mit Javascript möglich ist. Um sämtliche Funktionalitäten unserer Internetseite zu nutzen, aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser.

Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft Bildinformationen anzeigen

Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft

| Luca Jurczyk

„Oktgopus“: Studierende der Uni Paderborn auf Platz 1 der Freistil-Go-Liga

Im Jahr 2018 wurde die erste Go-Liga gerufen, bei der man mit Hilfsmitteln, insbesondere Computerhilfe, spielen durfte.. Teilnehmen konnten daran Teams aus der ganzen Welt; lediglich der Teamkapitän musste deutsch sein. Mit dabei: Das Team der Uni Paderborn, das sich unter dem Namen „Oktgopus“ formierte. Teil dieses Teams sind Sebastian Heuchler, Ngoc Chi Banh und Oliver Kruse, allesamt Studierende der Informatik. Im großen Finale am 24.04. gegen den stärksten Gegner, „Karlsruher Allerlei“, wurde das Spiel mit 1:1 beendet. Da die Paderborner Mannschaft mit einer Bilanz von 10:0 und die Karlsruher mit 8:2 in das Spiel gegangen sind, konnten die Ostwestfalen das Remis in der Gesamtbilanz für ihren Sieg nutzen.

„Go ist eigentlich ein altes chinesisches Brettspiel, das ungefähr 3000 vor Christus erfunden wurde. Man hat ein Spielbrett, in dem man Gebiete abstecken muss und dann die Punkte zählt, die man eingeschlossen hat. Es spielen zwei Spieler. Im Gegensatz zum Schach, wo man nur einen König schlagen muss und dann gewonnen hat, einigt man sich bei Go am Ende des Spiels, wenn beide zufrieden mit dem Gebiet sind, das sie abgesteckt haben.“, erklärt Ngoc Chi Banh. Sebastian Heuchler ergänzt: „Ein Schachspiel ist in der Regel nach 50 Zügen zu Ende. Bei Go sind es eher um die 300.“ Das Spiel ist in Europa gerade erst im Kommen, in China und Japan zählt es schon längst als Volksport. Go ist für Computer deutlich schwieriger zu spielen als Schach. Dort wurde der menschliche Weltmeister bereits 1997 besiegt, im Go hingegen erst 2016.

Die Vorbereitungen auf ein Spiel bestanden vor allem aus der Anpassung des Programms, was mit stundenlangen Tests verbunden ist. Dies ist sehr zeitintensiv, weshalb das Studium ab und an auch mal darunter gelitten hat, wie Sebastian sich eingesteht: „Ich habe dafür sogar ein paar Kurse sausen lassen, sonst hätten wir das zeitlich nicht geschafft. Da musste ich Prioritäten setzen – zu Gunsten der Go-Liga.“ Kurz vor den Spielen wurden die Gegner analysiert, um die richtige Strategie für das Spiel zu finden. Die Partien wurden vom heimischen PC ausgetragen. Im monatlichen Rhythmus fand immer eins der insgesamt sechs Spiele statt, abends um 20:30 Uhr, was den Studierenden entgegen kam: „Da hat man ja in der Regel keine Vorlesung mehr“, merkt Oliver Kruse an.

Unterstützt wurde das Team von Prof. Dr. Platzner mit einem Sponsoring. „Ich habe mich sehr gefreut, dass Prof. Platzner uns unterstützt hat! Ohne seine Förderung wäre es sehr schwer gewesen, denn wir hätten viel weniger testen können. Ich weiß nicht, ob wir es ohne die Förderung so gut geschafft hätten. Dafür bin ich sehr dankbar!“ Das Geld nutze „Oktgopus“ u.a., um einen Cloud-Rechner anzumieten. Ein kostspieliges Gerät, wie Ngoc Chi Banh erklärt: „Wir haben ihn mal über Nacht etwas rechnen lassen – allein das hat schon 800€ gekostet!“ Sebastian ergänzt: „Bei so umfangreichen Tests ist das Geld schnell ausgegeben.“ Auch Prof. Dr. Plessl sicherte dem Team seine Unterstützung zu, indem er ihnen die Nutzung der GPUs im PC2 gewährte. Oliver Kruse erklärt, wie anstandslos das Team die benötigte Hilfe erhielt: „Wenn es um die Förderung von Studenten geht, muss natürlich jeder Antrag überprüft werden, denn diese war ja nicht für das PC2 selbst gedacht, sondern für uns. Aber Prof. Plessl hat uns klar gesagt, dass Anträge von Studenten sehr wohlwollend betrachtet werden. Wenn es Bedarf gibt, wird die Tür für uns immer offen gehalten; gerade, wenn es für unser Rechenzentrum leicht zu realisieren ist. Das lief für uns ganz ohne Probleme!“

Abschließend nach einer erfolgreichen und intensiven Turnierphase fasst Team Kapitän Sebastian Heuchler zusammen: „Es war auf jeden Fall interessant, sich in einer kleinen Gruppe in ein Thema rein zu fuchsen, gemeinsam Vollgas zu geben, Erfolg damit zu haben und sich mit starken Teams zu messen. Das hat wirklich Spaß gemacht!“ Ob es eine zweite Saison dieser Art geben wird, ist bei jetzigem Stand noch unklar.

Für weitere Informationen:
Seite des Ligaleiters Prof. Dr. Ingo Althöfer: https://www.althofer.de/codecentric-freistil.html

Seite von Sebastian Heuchler: http://oktgopus.de

Die Universität der Informationsgesellschaft