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Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft Bildinformationen anzeigen

Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft

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„Was bietet 5G für Produktionsprozesse? Einsatzfelder, Nutzen und Mehrwerte“: Transferveranstaltung der BMBF 5G Begleitforschung in Detmold

Unter dem Motto „Was bietet 5G für Produktionsprozesse? Einsatzfelder, Nutzen und Mehrwerte“ fand am 6. November die Transferveranstaltung der Begleitforschung „Informationsplattform für 5G – IP45G“ der Forschungsinitiative „5G – Industrielles Internet“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bei der Weidmüller Gruppe in Detmold statt. Das Projekt IP45G legt den Fokus auf die Identifizierung von technischen und ökonomischen Querschnittsfragestellungen sowie auf die Förderung von Synergien zwischen den einzelnen Forschungsprojekten. Vorgestellt wurden unter anderem Ergebnisse aus den drei Projekten FlexSi-Pro – Flexibilität und Sicherheit in der Produktionsanalage der Zukunft, 5Gang – 5G angewandt in der Industrie, TACNET 4.0 – Taktiles Internet sowie Ergebnisse der Begleitforschung.

Dr. Jan Stefan Michels, Leiter Standard- und Technologieentwicklung bei Weidmüller, begrüßte die Gäste und Redner aus Industrie und Forschung im neuen Kunden- und Technologiezentrum von Weidmüller. Anschließend gab Michels einen kurzen Einblick in das Unternehmen, in den Stand der Umsetzung von Industrie 4.0 bei Weidmüller und betonte zudem die Bedeutung des Themas 5G für die Industrie. „In der Industrie wird die Kommunikation per 5G eine maßgebliche Rolle bei innovativen Themen wie smarte Produktion, vernetzte Maschinen, drahtlose Sensorik oder auch intelligente Mobilität spielen. Als Automatisierungsunternehmen ist 5G daher von zentraler Bedeutung für uns und wir arbeiten bereits zusammen mit einem Partner an der Entwicklung eines 5G-IoT-Gateways und weiterer 5G-fähiger Produkte“, so Michels.

5G ist mehr als Mobilfunk

Dimitri Block, Technologieexperte bei Weidmüller, referierte im Anschluss über „5G ist mehr als Mobilfunk – Industrielle Automationsapplikationen mit 5G“. Nach einem Überblick über die unterschiedlichen Mobilfunkstandards, angefangen von 2G bis hin zur fünften Generation des Mobilfunks, stellte Block fest: „Die aktuelle Verfügbarkeit von 5G-Frequenzbändern für private Netzwerke ist, wenn wir uns die Daten für Europa anschauen, gegeben, natürlich mit regional unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Dennoch muss man sagen, dass ein mangelndes Vertrauen in die Funkkommunikation und die Verbindungsqualität vorherrscht.“ Block ergänzte: „Das klassische Kabel wird aufgrund der Versorgungssicherheit noch immer bevorzugt und das aller Wahrscheinlichkeit nach auch noch eine ganze Weile.“

BMBF-Projekt 5Gang

Thomas Schildknecht, CEO der Schildknecht AG, ging in seinem Vortrag „Industrielle 5G Use Cases – 5G im Vergleich zu Erfahrungen mit 2G-4G, WLAN, LPWAN“ auf das Projekt 5Gang des BMBF ein. Ziel des Projektes ist es, auf Basis mobiler Netze der fünften Generation ein industrielles Kommunikationskonzept zu erforschen und zu entwickeln. Schwerpunkte sind zum einen die schnelle und dynamische Anpassung von Fertigungskomponenten an verschiedene Anforderungen, zum anderen die Einbindung von Sensoren in engmaschig verknüpfte Sensornetzwerke. „Es wird jedoch noch eine Weile dauern, bis 5G für industrielle Anwendungen sichtbar sein wird. Die ersten Umsetzungen werden aller Wahrscheinlichkeit nach in Form von Pilotprojekten erfolgen und dies erst ab dem Jahr 2023“, fasste Schildknecht zusammen.

5G – Mehr als nur ein Performance-Update?

Dr. Simon Oberthür, Manager am SICP – Software Innovation Campus Paderborn, stellte in seinem Vortrag „Vom Datacenter bis zum Endgerät, 5G als universelle Infrastruktur“ heraus, wie die Nachfrage nach 5G im Kontext des Gartner Hype Cycle für neue Technologien zu bewerten ist. Dieser gibt an, welche Phasen Technologien hinsichtlich der in sie gesetzten Erwartungen in ihrem technologischen Lebenszyklus bereits erreicht haben. „Für den Mobilfunkstandard 5G bedeutet dies“, so Oberthür, „dass die Erwartungen in diesem Jahr den Höhepunkt erreicht haben, Erfolge wie auch Misserfolge bei der Nutzung von 5G werden sichtbar“. Darüber hinaus ging Oberthür auf die Gebühren für Campusnetze, lokale 5G-Anwendungen, ein, die Ende Oktober von der Bundesnetzagentur bestimmt und veröffentlicht wurden. „Der Beitrag setzt sich aus einem Sockelbetrag von 1000 Euro, der zugeteilten Bandbreite, der Laufzeit der Zuteilung sowie der Fläche und Typ des Zuteilungsgebietes zusammen“, erläuterte Dr. Oberthür.

Integration von 5G in die industrielle Kommunikation

Über die Integration von 5G in die industrielle Kommunikation informierte Arne Neumann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für industrielle Informationstechnik Lemgo, im Rahmen des Forschungsprojektes TACNET 4.0, Taktiles Internet – Hochzuverlässige und echtzeitfähige 5G Vernetzung für Industrie 4.0. Im Fokus des Projektes steht aktuell die praxisnahe Untersuchung industrieller Campusnetze. „Eine Motivation für den Einsatz von 5G sind Kostenersparnisse und die Realisierung neuer Anwendungen und Mehrwerte“, so Neumann.

„Unsere gemeinsame digitale Zukunft“ – Entwurf einer Charta für ein nachhaltiges digitales Zeitalter

Thematisiert wurde im Anschluss an die Vorträge der Chartaentwurf „Unsere gemeinsame digitale Zukunft“ des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU). „Bei der Charta geht es um die Überprüfung und Neujustierung von Konzepten und Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges digitales Zeitalter“, berichtete Ulrike Künnemann, Projektmanagerin bei InnoZent OWL e.V. „Der Chartaentwurf kann noch bis Ende Januar 2020 online kommentiert werden“, ergänzte Künnemann.

Die Veranstaltung endete mit einer Diskussionsrunde über einen weiteren Vorteil von 5G: dem Aufbau von firmeneigenen 5G Netzen. „Empfehlung für KMU: Man kann heute schon mit Proof of concept starten, um Erfahrungen mit Vernetzungslösungen zu sammeln, auch wenn industrielle 5G Features mit 4G noch nicht verfügbar sind. Wichtig ist die Lernschleife und nicht die Technologie“, so Thomas Schildknecht.

Die Universität der Informationsgesellschaft