Visu­al­is­ier­ung von Stammbaum­d­aten

Diplomarbeit von David Jungen

Ziel der Arbeit

Ziel und Zweck der Arbeit ist es, mannigfaltige Daten zur Familienforschung sinnvoll und übersichtlich mit Hilfe des Computers darzustellen und dazu verschiedene Möglichkeiten der Visualisierung zu erkunden. Wie wurden Stammbaumdaten und ihre Verknüpfungen bisher dargestellt und wie läßt sich die Darstellung evtl. noch verbessern? Dazu ist es zunächst einmal sinnvoll sich vorhandene Computerprogramme anzusehen und diese auf ihre Visualisierungsmethoden hin zu vergleichen. Welche Aspekte der Datenverwertung wurden bislang außer Acht gelassen?

Teil dieser Arbeit wird sein, Stammbaumdaten, die im GedCom Format vorliegen, geeignet zu konvertieren und in eine VRML-Datei abzuspeichern. Z.Zt. schwebt mir vor, einen Vorfahrenbaum zu erstellen, der die klassische Darstellung des zweidimensionalen durchbricht, bewährte Darstellungsweisen aber nicht außer Acht läßt, so daß der Anwender bereits auf Bekanntes aufbauen kann. Folgende Visualisierungsziele liegen mir dabei am Herzen:

  1. Anzeige der hierarchischen verwandschaftlichen Struktur
  2. Betrachtungsmöglichkeit von Zeitschnitten
  3. Verbindung zur Politik und Kultur jener Zeit
  4. Altersstruktur der Vorfahren
  5. Ahnenschwund
  6. Aufzeigen, wo noch Forschungsbedarf besteht

Zur Umsetzung dieser Ziele betrachte ich ein Ahnenrad.

Die Abbildung aus "Die Geisteskrankheit der bayerischen Könige Ludwig II. und Otto" S.75 zeigt ein Ahnenrad. d.h. der Innenkreis stellt die Ausgangsperson dar. Seine Vorfahren werden jeweils als Kreissegment dargestellt, wobei die geraden Kekule -Zahlen die männlichen, die ungeraden die weiblichen Vorfahren anzeigen. Sieht man sich ein beliebiges Datenelement an, so hat der Vater des n-ten Elements die Nummer 2*n, die Mutter 2*n +1.

Legt man hierdurch eine Zeitachse so entsteht ein dreidimensionales Gebilde. Es entsteht eine Art Zylinderscheibensegmentkegel. Dieses Gebilde hat als Hintergrund eine "Bilderwand" die geschichtliche Ereignisse festhält, um so den geschichtlichen Bezug herzustellen. Die Höhe der Segmente ist ein Maß für das Alter der Person. Beginn und Ende stellen Geburtszeit und Todeszeit dar. Die Entfernung von der Mittelachse ist ein Maß für die Generationentiefe. Durch die Anordnung lassen sich ebenfalls leicht die Verwandschaftsbeziehung (Eltern-Kind) ablesen. Fehlende Segmente zeigen u.a. noch Forschungsbedarf an. Ahnenschwund kann durch Transparenz bzw. Farbgebung verdeutlicht werden. Das Geschlecht der Personen durch Rot- bzw. Blaufärbung (weiblich bzw. männlich).

Durch die Verwendung von VRML besteht die Möglichkeit diese "Welt" zu "erfahren".

Für weitere Informationen bitte E-Mail an dj@uni-paderborn.de.