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Bachelorarbeiten von Aron Diekmann und Rudi Wolf 2018

Abbildung 1: Skizze einer Wippe, die in der Traumatherapie eingesetzt wird.
Abbildung 2: Entwurf eines Spiels für die Wippe
Abbildung 3: Prototypische Umsetzung der Wippe aus der klassischen Traumatherapie.

Bachelorarbeit von Paul Prescher

Motivation

Viele Menschen erleiden durch ein traumatisches Ereignis, wie eine Verkehrsunfall oder Raubüberfall, eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Dies kann schwerwiegende Folgen für das Leben des Betroffenen haben: dieser zieht sich aus seinem Leben zurück, erleidet Flashbacks oder kann in der Nacht nicht schlafen. Ein normales Leben ist kaum mehr möglich. Nicht nur Erwachsene sind davon Betroffen sondern auch viele Kinder und Jugendliche.

Den Betroffenen wird in einer Traumatherapie geholfen. Die klassische Traumatherapie setzt heute kaum rechnerunterstützte Methoden ein. Für gewöhnlich wird den Patient durch Gespräche oder das wiederholte erleben des traumatischen Ereignisses geholfen. Die Therapeuten sprechen hier von der emotionalen Aufarbeitung des Geschehens. Ein wesentlicher Teil der Traumatherapie ist es, den Patienten zur Therapie zu motivieren. Der Patient muss zum Beispiel überzeugt werden sich für eine kurze Zeit der traumatischen Belastung zu stellen. Denn wer erinnert sich schon gerne an ein schlimmes Ereignis. Kinder und Jugendliche haben außerdem noch Vorurteile vor der „Klapse“, zudem werden sie von Ihren Eltern zu Therapie bewegt.

Hier lassen sich Computerrollenspiele einsetzen, den Computerspiele erfreuen Kinder und Jugendliche heute, da sie mit diesen aufwachsen. Sie führen zu einer positiven Einstellung, gleichzeitig können sie dem Patienten Wissen über die Therapie, die PTBS und deren Ursachen und Folgen vermitteln.

Zielsetzung

Das Ziel dieser Arbeit ist es ein computergestütztes Rollenspiel zu entwerfen, dass die Therapie der posttraumatische Belastungsstörungen unterstützt. Der Fokus lag dabei auf der Motivation von Kindern und Jugendlichen.

Dazu werden in der klassischen Traumatherpie eine Reihe von Bildern, Spielen und psychologischen Metaphern verwendet. Diese erklären dem Kind z.B. seine Situation oder die Therapie. Eine typische Skizze ist zum Beispiel die in Bild 1 gezeigte Wippe: ohne die Krankheit ist dies im Gleichgewicht, die Belastung zwingt eine Seite nach unten. Den Kindern und Jugendlichen wird durch diese anschauliche Grafik vermittelt, dass sie einen Ausgleich schaffen müssen. Dies können positive Gedanken und Gefühle, der Freundeskreis und vor allem die Therapie sein.

Im Rahmen der Arbeit sind die Techniken der klassischen Traumatherapie in ein computerbasiertes Rollenspiel zu überführen. Das sind die Konzepte und Elemente computerbasierter Rollenspiele zu analysieren. Anschließend sind Entwürfe für computerbasierte Rollenspiele zu erstellen, indem die Elemente einer klassischen Therapie mit den Elementen des Rollenspiels verbunden werden. Eine Randbedingung dabei war zum Beispiel, dass das Spiel den Therapeuten unterstützen und den Kontakt zwischen Patient und Therapeut fördern sollte. Das Spiel sollte Spaß machen, zudem war zu klären, ob ein Verlieren möglich sein sollte.

Ergebnis

Ergebnisse der Arbeit sind eine Reihe von Entwürfen für unterschiedliche Techniken der klassischen Therapie. Bild 2 zeigt zum Beispiel den Entwurf für die in Bild 1 abgebildete Wippe.

Diese wird durch eine schiefe Ebene dargestellt. Der Patient übernimmt die Rolle des Spielers, der auf der Wippe steht und sich auf- und abwärts bewegen kann. Von rechts kommen dem Spieler Belastungen und positive Elemente entgegen. Trifft den Spieler eine Belastung, dann kippt die Wippe nach rechte, fängt er hingegen ein positives Element, dann kippt die Wippe nach links. Aufgabe ist es, die Wippe ins Gleichgewicht zu bringen. Dazu sind die positiven Elemente zu fangen, den negativen ist auszuweichen. Dadurch werden den Kindern und Jugendlichen zwei Dinge vermittelt: Erstens sind positive Elemente wichtig, um die Wippe ins Gleichgewicht zu bringen. Zweitens muss der Spieler aktiv werden, um die PTBS zu beherrschen, passives Verhalten führt zum „Absturz“.

Auf diese Weise sind eine Reihe von Entwürfen erstellt worden, diese wurden anschließend zu einem Rollenspiel integriert. Es ist bewertet worden, welchen Nutzen die Spiele haben und was diese den Kindern und Jugendlichen vermitteln.

Letztendlich sind die Spiele prototypisch implementiert worden und deren Wirkungsweise konnte demonstriert werden. Bild 3 zeigt die Umsetzung der Wippe. Die Umsetzung selbst erfolgte in Adobe Flash.

Die einzelnen Spiele wurden dem Therapeuten der LWL-Klinik in Hamm präsentiert und zusammen mit diesem diskutiert. In einem nächsten Schritt erfolgt deren Integration in ein Rollenspiel zur Expositionstherapie von PTBS

Die Universität der Informationsgesellschaft