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| Juuli Eckstein

3. PIN-Lab Symposium der Informatik Didaktik

Am Freitag, den 29.11.19, fand zum dritten Mal das PIN-Lab Symposium der Informatik Didaktik statt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Informatik und Ethik“. Am Vormittag hielten Vertreter aus der Forschung Vorträge über die Notwendigkeit von Ethik mit dem wachsenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz und welche ethischen Fragestellungen sich daraus ergeben. Am Nachmittag gab es einen Vortrag zum Thema „Big Data verständlich – was heißt das?“. Abgerundet wurde die Veranstaltung von der Round Table Session.

Der erste Teil des Symposiums beschäftigte sich mit der Informatik und Ethik. Den Hauptvortrag hierzu hielt Cindy-Ricarda Roberts vom Lehrstuhl für Medienethik der Hochschule für Philosophie München zum Thema „Ethik der Algorithmen“.
Sie erklärte, dass mit dem Einzug der Künstlichen Intelligenz Chancen aber auch Risiken verbunden sind, denn Algorithmen erschweren die Realisierung von gesellschaftlich und grundrechtlich geschützten Werten. Daraus würden sich Risiken von algorithmenbasierten Differenzierungen ergeben, wie z.B. die Gefährdung der freien Entfaltung der Persönlichkeit und das Recht auf Selbstdarstellung. Sie betonte, dass es deshalb technische Optionen für die Transparenz und den Nachweis von Diskriminierungen geben muss. Außerdem solle der gesellschaftliche Dialog gefördert und Regulierungen und Gesetze erweitert werden.
Im Anschluss stellten Mitglieder der Fachgruppe in der „Speed Präsentation“ ihre Poster zur Forschung am PIN-Lab und in der DDI vor. Gegenstand der Forschungen waren u.a. IT-Sicherheit (Lutz Terfloth), ein Lernzentrum für Informatik-Studierende (Dietrich Gerstenberger) und Workshops für Kinder und Jugendliche (Melanie Margaritis).
Nach einer kurzen Pause, in der es die Möglichkeit zum Austausch mit den Erstellern der Poster gab, hielten einige Vertreter aus der Forschung Kurzvorträge.
Prof. Dr.-Ing. Christoph Scheytt referierte über die Ethik des Transhumanismus und erklärte, dass dieser die Transformation des Menschen mit technischen Mitteln zu einem posthumanen Wesen anstrebt. Scheytt betonte, dass das Ziel des Transhumanismus die technische Befreiung des Menschen von allen Mängeln ist, aber dass Technik die Tendenz hat Menschen durch Zwänge einzuengen. An einer überzeugenden ethischen Fundierung des Transhumanismus fehle es, da Technik vermutlich nur geeignet ist, um eher grundlegende Bedürfnisse des Menschen zu befriedigen.
Prof. Dr. Tobias Matzner stellte die Frage „Wo ist die Ethik in der Informatik?“ und ging dabei unter anderem auf die Ethik selbstfahrender Autos ein. In der Diskussion um diese wird sich oft auf das „Trolley-Problem“ bezogen. Bei diesem geht es um einen Unfall, der nicht mehr zu vermeiden ist, aber bei dem beeinflusst werden kann, wer zu Schaden kommen wird. Er kam zu dem Schluss, dass die Übertragung dieses Problems auf selbstfahrende Fahrzeuge problematisch ist und daraus wenige Erkenntnisse für die Ethik dieser gewonnen werden können.  
Zum Abschluss der Kurzvorträge sprach Jun. Prof. Dr. Henning Wachsmuth zum Thema „Kann man mit Computern argumentieren“ und stellte unter anderem die Suchmaschine args.me vor, an deren Entwicklung er beteiligt ist. Diese liefert pro und contra Argumente für kontroverse Themen und soll somit die Meinungsbildung unterstützen. Jedoch treten dabei auch ethische Fragen auf, wie z.B. wer entscheiden soll was ein gutes Argument ist, welche Quellen berücksichtigt werden und ob Ergebnisse personalisiert ermittelt werden sollten.
Nach der Mittagspause referierten Prof. Dr. Axel Ngonga von der Fachgruppe Data Science sowie Prof. Dr. Rolf Biehler und Prof. Dr. Carsten Schulte von der Didaktik der Mathematik und der Informatik zum Thema „Big Data verständlich – was heißt das?“.
Zum Abschluss des Tages gab es die Round Table Session, bei der die Teilnehmer die Möglichkeit hatten an zwei der Round Tables teilzunehmen. So leitete u.a. Yannik Fleischer den Round Table zu Maschinellem Lernen mit digitalen Werkzeugen. Simone Opels Runde beschäftigte sich mit der Jugendaktion "Mensch, Maschine!" im Wissenschaftsjahr KI.

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