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Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft Bildinformationen anzeigen

Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft

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Maschinen und Anlagen durch Analyse von Nutzungsdaten optimieren

Seit zwei Jahren arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Heinz Nixdorf Instituts der Universität Paderborn mit Partnern aus Industrie und Forschung an einem neuartigen Verfahren zur strategischen Produktplanung auf Basis von Produktnutzungsdaten. Im Verbundprojekt „DizRuPt – Datengestützte Retrofit- und Generationenplanung im Maschinen- und Anlagenbau“ untersuchen sie, wie Unternehmen durch eine kluge Datenanalyse dabei unterstützt werden können, Verbesserungspotentiale für die nächste Produktgeneration oder bereits im Betrieb befindliche Produkte zu identifizieren. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ für drei Jahre gefördert. Im Rahmen eines digitalen Meilensteintreffens zogen die Beteiligen nun eine positive Zwischenbilanz.
Produkte und Anwendungen fast aller Lebensbereiche sammeln und generieren während ihrer Nutzungszeit immer mehr Daten. „Aus unserem Alltag kennen wir diese Datensammlung und -analyse beispielsweise von den sozialen Medien“, erläutert Maurice Meyer, Wissenschaftler der von Prof. Dr.-Ing. Roman Dumitrescu geleiteten Fachgruppe „Advanced Systems Engineering“ am Heinz Nixdorf Institut. „Das Verhalten der Nutzer wird auf einer Plattform wie Facebook genau analysiert. Die dabei anfallenden Daten werden kontinuierlich ausgewertet, um den Nutzern ein besseres Produkt zu bieten – in Form von individualisierter Werbung oder passgenauen Vorschlägen für interessante Seiten.“ Ähnliche Potentiale existieren im Maschinen- und Anlagenbau, denn Maschinen und Anlagen werden immer intelligenter. Dadurch generieren und sammeln sie fortlaufend größere Mengen an Daten im laufenden Betrieb bei den Kunden. „Wir arbeiten an Methoden und Hilfsmitteln zur Analyse und Nutzung dieser Daten, damit die Hersteller der Maschinen und Anlagen sie zur langfristigen Verbesserung ihrer Produkte einsetzen können“, erklärt Meyer. Mit den gesammelten Daten könne zum einen das Verhalten und die Leistung der Maschinen und Anlagen im Betrieb besser ausgewertet und optimiert werden. Zum anderen soll die Datenanalyse dabei helfen, das Verhalten und die Erwartungen der Kunden optimal zu verstehen, um diesen in Zukunft besser gerecht werden zu können. „In der heutigen Zeit verlangen Kunden individuell zugeschnittene Produkte. Die Analyse der Daten aus dem Betrieb stellt die Grundlage für die Entwicklung solcher Produkte dar. Das Projekt DizRuPt adressiert damit neben der Digitalisierung einen weiteren Megatrend“, so Meyer.
 
Bei dem digitalen Meilensteintreffen im März konnten die Projektpartner bereits zahlreiche Ergebnisse präsentieren. Darüber hinaus diskutierten sie offene Fragen und Risiken, die sie in Zukunft intensiv bearbeitet wollen. Ein kritischer Aspekt sei die Verfügbarmachung der Daten. Viele Unternehmen scheuten die Freigabe ihrer Nutzungsdaten an den Hersteller, da diese mitunter vertrauliche Informationen über den eigenen Produktionsprozess beinhalten. „Ein Ziel für die Zukunft ist es, ein stimmiges Gesamtkonzept zu entwickeln. Über die einzelnen Bestandteile und Vorgehensweisen verfügen wir. Diese wollen wir so optimieren, dass alles ineinandergreift und einfach anzuwenden ist“, erklärt Meyer. Ein wichtiges Anliegen sei außerdem die Praxisrelevanz. Die entwickelten Methoden und Hilfsmittel sollen auch für kleinere Unternehmen ohne umfangreiche Vorkenntnisse in der Analyse von Nutzungsdaten anwendbar sein. 
 
Weitere Informationen unter: www.dizrupt.de

Kontakt

Maurice Meyer

Advanced Systems Engineering

Zur Person

Die Universität der Informationsgesellschaft