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Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft Bildinformationen anzeigen

Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft

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Projekt Pro-LowCode gestartet - Software-Programmierung ohne IT-Fachkenntnisse

Um passgenaue Lösungen zur Digitalisierung, Automatisierung und Optimierung von Prozessen in Unternehmensabteilungen zu entwickeln, werden im Regelfall Programmierkenntnisse und dementsprechend IT-Fachkräfte benötigt, die jedoch nicht jedem Unternehmen direkt zur Verfügung stehen. Eine Alternative bieten sogenannte Low-Code-Plattformen, die es erlauben, Softwareanwendungen ohne fortgeschrittene Programmierkenntnisse zu erstellen. An einer solchen Lösung arbeitet auch das Konsortium des vom Land NRW geförderten it‘s OWL-Projektes „Entwicklung und Umsetzung eines ganzheitlichen Ansatzes zur Digitalisierung von Prozessen in Industriebetrieben mittels Low-Code-Software“ (Pro-LowCode), das Anfang März mit einer Laufzeit von zwei Jahren gestartet ist.

Gemeinsam mit der Technischen Hochschule (TH) OWL Lemgo, der S&N Invent GmbH, der HOMAG Kantentechnik GmbH und der DENIOS AG sowie den assoziierten Partnern BarSys – Bartels Systembeschläge GmbH und ISRINGHAUSEN GmbH & Co. KG möchte der SICP – Software Innovation Campus Paderborn technische, organisatorische und personelle Voraussetzungen für eine Anwendung von Low-Code-Plattformen in Industriebetrieben aufzeigen. Darüber hinaus soll ein methodisches und softwaretechnisches Rahmenwerk entwickelt werden, welches anschließend prototypisch bei den Partnerunternehmen im produktiven Betrieb demonstriert wird.

Aufgrund der Digitalisierung und Optimierung von Prozessen besteht in Unternehmen ein steigender Bedarf an betriebsspezifischen Softwareanwendungen. Hier stehen die Unternehmen jedoch vor einer Herausforderung: Um in einer Standardsoftware unterschiedliche Nutzeranforderungen zu berücksichtigen, muss diese durch IT-Fachkräfte regelmäßig angepasst werden, um sie für verschiedene Anwendungsfälle einsetzbar zu machen. Doch an IT-Fachkräften mangelt es in Unternehmen und die bestehenden IT-Abteilungen sind meist in hohem Maße ausgelastet. Zudem ist eine solche Lösung meist kostenintensiv und mit langen Bereitstellungszeiten verbunden.

Programmieren mithilfe von Softwarebausteinen

„Low-Code-Plattformen bieten großes Potenzial. Durch sie ist es möglich, Softwareanwendungen ohne erweiterte Programmierkenntnisse mithilfe einer grafischen Benutzeroberfläche zu erstellen. Dazu müssen vorgefertigte Softwarebausteine, wie nach dem Baukastenprinzip, lediglich durch einen Fachexperten zusammengestellt werden. Anschließend wird der Code automatisch im Hintergrund erzeugt. Diese Lösung gestattet es Mitarbeitenden in Abteilungen, die die Prozessanforderungen innerhalb des Unternehmens am besten kennen, an der Softwareentwicklung mitzuwirken. Dadurch können nicht nur Kosten eingespart, sondern es kann auch der Entwicklungszyklus verkürzt werden“, erklärt Nils Weidmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im SICP.

Hindernisse in der Anwendung von Low Code

Doch auch wenn Low-Code-Programmierung viele Vorteile bietet, gibt es bislang noch verschiedene Hindernisse bei der Anwendung. So sind die Low-Code-Plattformen in vielen Anwendungsunternehmen bislang weitgehend unbekannt und die Anwendungsmöglichkeiten sowie -grenzen solcher Plattformen in einem zu geringen Maße erforscht worden – dies insbesondere in industrieller Anwendung. Zudem fehlt für potenzielle Anwender*innen die Transparenz, welche Plattform für welche Anwendungsfälle geeignet ist. Eine weitere Fragestellung besteht darin, wie die mittels Low Code entwickelten Programme in die bestehenden IT-Systeme integriert werden sollen.

Pro-LowCode

An diesem Punkt setzt das Projekt Pro-LowCode an: „Unser Projekt hat zwei große Ziele: Auf der einen Seite sollen die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Low-Code-Plattformen sowie deren technische, organisatorische und personelle Voraussetzungen für eine Anwendung in mittelständischen Industriebetrieben aufgezeigt werden. Auf der anderen Seite wird ein methodisches und softwaretechnisches Rahmenwerk für die Low-Code-Entwicklung in industriellen Anwendungsfeldern entwickelt, welches die Einführung der Low-Code-Entwicklung in Betrieben unterstützen soll. Damit wird eine schnelle Integration eines Low-Code-Programms in bestehende IT-Systeme und Anwendungslandschaften ermöglicht“, erläutert Dr. Stefan Sauer, Projektleiter im SICP.

Um die organisatorisch-personellen Voraussetzungen für die Nutzung von Low-Code-Plattformen zu schaffen, entwickeln die Wissenschaftler*innen gemeinsam mit Experten aus den beteiligten Industrie-Unternehmen einen Leitfaden und einen Quick-Check, welche die Betriebe beim Einsatz von Low-Code-Programmierung und der Auswahl der richtigen Low-Code-Plattform methodisch unterstützen. Darüber hinaus sollen auch Fallstudien entwickelt und publiziert werden, in denen gelungene Low-Code-Lösungen aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen beschrieben werden. Ein „Open Call“ wird es weiteren Unternehmen ermöglichen, sich schon während der Projektlaufzeit an der Erprobung der Lösungen in ihrem Anwendungskontext zu beteiligen, um Einsatzpotenziale zu analysieren.

Die Universität der Informationsgesellschaft