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Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft Show image information

Studierende in den Seminarräumen des O-Gebäudes, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft

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Auf einen Kaffee mit… Patrick Bollmann

„Ich würde nichts machen, was mir nicht in irgendeiner Art und Weise Spaß macht!“ – Zwischen Studium, Ehrenamt und eigener Selbstständigkeit

In diesem Portrait erzählt Patrick Bollmann über seine Zeit als Informatik-Student an der Universität Paderborn und wie er es geschafft hat, neben dem Studium viele weitere Erfahrungen zu sammeln.

2016 fing Patrick Bollmann sein Informatikstudium an der Universität Paderborn an und konnte es nun vor wenigen Monat erfolgreich mit dem Bachelorabschluss absolvieren. Für den 24-Jährigen sprach schon zu Beginn seines Studiums einiges für den Standort Paderborn. „Ich komme ursprünglich aus einem etwas kleineren Dorf nördlich von Bielefeld. Paderborn war daher nicht so weit weg, allerdings schon weit genug, so dass sich ein Auszug von Zuhause gelohnt hat. Und das wollte ich damals nach der Schule unbedingt: In eine WG ziehen und auf eigenen Beinen stehen.“ Auch bis zum letzten Semester hat ihm das Studierendenleben in Paderborn sehr gefallen. Es sei nie zu voll oder unübersichtlich, sondern viel familiärer, gemütlicher und gleichzeitig groß genug, dass man trotzdem einiges unternehmen konnte.

Darum Informatik

Das Fach Informatik hat Patrick bereits von Anfang an sehr angesprochen. Schon als Teenager hat er sich sehr für dieses Forschungsfeld interessiert, sodass für ihn recht früh klar war, etwas in diese Richtung zu studieren. „Ich habe bei meiner Wahl auch nicht lange überlegt, denn die Informatik in Paderborn hat einen sehr guten Ruf – das wusste ich schon im Vorfeld. Von daher war ich eigentlich direkt sehr davon überzeugt, dass ein Studium hier die richtige Entscheidung sein wird.“ Hier angefangen konnten sich einige Erwartungen auch direkt bestätigen und ihn weiter davon überzeugen. „Was mir anfangs auch nicht bewusst war, ist, dass nicht jede Universität einen eigenen Campus wie hier in Paderborn hat. Das war auch einer der Vorzüge, die ich hier sehr genossen habe. Und da die Uni generell nicht so groß ist, hat man eigentlich immer jemanden am Campus getroffen, den man schon kannte. Das ist wirklich sehr schön.“

Neben dem Studium ist Patrick generell sehr ausgehfreudig gewesen – gerade vor der Corona-Pandemie, hat er viele Uni-Veranstaltungen und Partys mitgenommen und sich gerne mit Freunden zum Kaffeetrinken getroffen. „Das ist übrigens auch sehr interessant, weil ich vorm Studium noch ein sehr schüchterner Mensch war. Das hat sich erst im Laufe des Studiums sehr gewandelt. Ich bin damals in eine relativ große 5-er WG gezogen und da bin ich sehr schnell sehr offen geworden. Seitdem fällt es mir viel leichter, andere Leute kennenzulernen.“ So ist die Studienzeit für Patrick zu viel mehr geworden als das reine Wissen, was man sich aneignet oder den Abschluss, den man am Ende in den Händen hält. Gerade in der persönlichen Entwicklung und den neuen Freundschaften, die er in der Zeit geschlossen hat, konnte Patrick viel für sich selbst dazu gewinnen. „Für mich sind das vor allem die Erlebnisse, die bis heute einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, die ich auch nie wieder missen möchte.“

Was die Universität Paderborn noch so bietet

„Irgendwie bin ich da immer so reingerutscht…“, beschreibt Patrick ganz plump sein ehrenamtliches Engagement in den verschiedenen Hochschulinitiativen. Angefangen hat alles im 2. Semester bei der Hochschulgruppe „oikos“, die sich viel für Nachhaltigkeit einsetzt. Dort hat er ein Jahr lang mitgewirkt und bereits dort viel über die Strukturen an der Universität gelernt. Die nächste Station war darauf der Fachschaftsrat Informatik. „Dort war es vor allem ein großes Anliegen von mir, die Öffentlichkeitsarbeit aktiver zu gestalten und einige Bereiche in der Fachschaftsarbeit zu modernisieren.“ Das sei ihm und sein Team zu der Zeit auch geglückt. Doch auch hier sollte sein Engagement an der Universität nicht enden. Nach seiner Amtszeit in der Fachschaft, hat sich Patrick für das Studierenden Parlament (StuPa) aufgestellt und ist dort drei Jahren lang aktiv gewesen.

„Ich glaube, wenn man einmal drin ist und sieht, was man in einer Gruppe alles verändern kann, dann kann man da meistens nicht wieder weggekommen. Mir hat es und macht es nach wie vor unheimlich viel Spaß, mit anderen Leuten, über Themen zu diskutieren und neue Impulse bezüglich Innovation und Veränderungen hervorzubringen.“ Beispielsweise haben sie sich damals für das „Kulturticket“ eingesetzt, mit dem Studierende unteranderem kostenlos in Paderborner Museen und vergünstigt ins Theater gehen können. Der AStA konnte dieses Konzept nun im Wintersemester 2022/2023 endlich umsetzen, was für Patrick auch ein großer Erfolg ist.

„Ich kann das wirklich jedem empfehlen! Zum einen lernt man sehr schnell, sehr viele tolle Leute kennenlernen und auf der anderen Seite, lernt man viel darüber, wie die Universität hochschulpolitisch und hinter den Kulissen funktioniert. Außerdem sind die meisten, die sich in Fachschaften oder Initiativen engagieren, von Grund auf sehr offen und herzlich. Das macht einfach Spaß, mit solchen Menschen etwas zu unternehmen und gemeinsam zu erreichen. Also: Einfach offen sein, auf Info-Abende gehen und sich das einfach mal angucken!“, empfiehlt Patrick.

Vom 3D-Druck zur Handy-Reparatur: Die eigene Selbstständigkeit als Zukunftsperspektive

Patricks Drang, eigenständig Dinge auf die Beine zu stellen, spiegelt sich auch in seinem beruflichen Werdegang wider. „Ich glaube, mir war schon recht schnell klar, dass ich in die Wirtschaft gehen möchte und keine akademische Karriere anstrebe.“ Stattdessen hat sich Patrick sehr schnell mit kreativen Ideen auseinandergesetzt, eigene Unternehmen zu gründen.

Angefangen hat alles 2017, als sich Patrick einen 3D-Drucker angeschafft hat. Um dieses teure Gerät finanzieren zu können, hat er anschließend angefangen, Aufträge zum Drucken anzunehmen und diese dann zu verkaufen. In diesem Zuge hat er auch direkt sein Gewerbe angemeldet und einige Zeit lang damit Geld verdient.

Ein Jahr später lief das ursprüngliche Konzept so langsam aus. Gleichzeitig hat er sich immer mehr mit dem Thema Handy-Reparatur beschäftigt. „Ich habe damals für meinen Vater das Handy repariert. Und weil ich damals noch auf dem Dorf gewohnt habe, hat sich das dort sehr schnell herumgesprochen und es kamen immer mehr neue Aufträge rein. Irgendwann habe ich dann eine eigene Website erstellt und mittlerweile repariere ich um die 1.000 Handys pro Jahr.“

Auch hier spielt Nachhaltigkeit wieder eine große Rolle, denn durch seine Arbeit möchte er nicht nur seinen Unmut gegenüber größeren Firmen äußern, die bewusst gegen die Wiederverwertung ihrer technischen Geräte arbeiten, sondern gleichzeitig Bewusstsein dafür schaffen, dass man viele Geräte auch einfach reparieren kann. Auf seiner Website hat Patrick sogar einen „Live-Counter“ eingerichtet, der berechnen kann, wie viel CO² und Wasser man dabei spart, sein Handy zu reparieren, statt es wegzuschmeißen und sich ein neues zu kaufen. „Ich muss allerdings zugeben, dass Nachhaltigkeit nicht zwingend die Hauptmotivation für meine Vorhaben war. Aber rückblickend betrachtet, passt es sehr zu meiner Ideologie und Einstellung und ich bin froh, durch meine Arbeit einen kleinen Teil für eine nachhaltigere Welt leisten zu können.“

Auch wenn seine Arbeit inhaltlich und auf den ersten Blick wenig mit Informatik zu tun hat, konnte Patrick einiges an Wissen aus seinem Studium für seine Firma nutzen. „Gerade im Bereich der Organisation, konnte ich mein Erlerntes nutzen. Beispielsweise habe ich für mich eine Software entwickelt, die mir bei der Steuererklärung hilft und diesen Prozess vereinfacht. Zusätzlich dazu konnte ich viel Arbeit im Bereich der Verwaltung erleichtern.“ Dies wäre ohne sein technisches Wissen und den Fähigkeiten im Programmieren nicht möglich gewesen, so Patrick. Für die Zeit nach seinem Bachelorabschluss plant Patrick aber auch schon die nächsten Projekte. „Ich glaube, dass diese Software, die ich für die Verwaltung meiner Firma selbst programmiert, großes Potential hätte, sich in einigen Bereichen durchzusetzen. Wer weiß, vielleicht wird das ja bald mein nächstes Projekt…“

5 Tipps für den Studienstart

Abschließend hat Patrick für Euch seine 5 Tipps für den Studienstart zusammengefasst:

  1. Macht Eure Hausaufgaben!! Es ist zwar lästig, aber ihr werdet Euch nachträglich dafür danken!
  2. Keine Angst vor Mathe! Gerade der Anfang des Studiums ist schwierig und kann überwältigend sein, aber das fängt sich mit der Zeit!
  3. Schiebt nicht Eure Klausuren. Man hat ja nicht umsonst drei Versuche. Also traut Euch, lernt gut und schiebt die Klausuren nicht unnötig nach hinten!
  4. Probiert viel aus! Gerade neben dem Studium: Geht zu Uni-Partys und zu Initiativen. Man lernt viele neue Leute kennen und lernt auch neben dem Studium noch sehr viel neues! Nehmt Euch die Zeit und traut Euch, rauszugehen!
  5. Gründet Lerngruppen! Es ist so viel einfacher, in Lerngruppen für Klausuren zu lernen!

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Die Reihe „Auf einen Kaffee mit…“ gewährt euch einen Blick in das Informatikstudium, in der Studierende von ihren ganz individuellen Erfahrungen berichten. Um die Vielfältigkeit des Informatikstudiums darzustellen, versuchen wir, so viele Perspektiven wie möglich einzufangen und euch an den Erfahrungen teilhaben zu lassen. Wenn ihr selbst eure Erfahrungen teilen möchtet, meldet Euch bei uns - dem PR-Team des Instituts für Informatik.

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